Neue Schule – Woche 7: Wandertag, Fortbildung, Dienstberatung

Wandertag

2015-10-05 12.06.36

Der erste Wandertag ist Geschichte und es lief besser als ich es ausgangs vermutete. Erst ging es gemeinsam mit dem Bus quer durch Dresden – aufgrund der Länge der Fahrt und der gewählten Busroute hatten wir quasi gleich eine komplette Stadtrundfahrt. Mit 25 Kindern im Bus ist natürlich eine erhöhte Lautstärke vorprogrammiert, aber das war zu verkraften. Insgesamt war das Verhalten sehr diszipliniert (im Vergleich zu mancher Unterrichtsstunde ;-))

Als Begleitperson war die Schulleiterin höchstpersönlich dabei, sicherlich nicht alltäglich aber auf jeden Fall ein Gewinn. Sie hat es wirklich verstanden die Schüler im Bus zu beschäftigen – indem sie unvermittelt ein Kartenspiel auspackte und mit den neben ihr sitzenden Schülern zu spielen begann.

Gleichzeitig hatte man während der Fahrt und des anschließenden Marsches ausgiebig Gelegenheit sich zu unterhalten, sowohl mit den Schülern als auch untereinander – was unter der Woche ja kaum möglich ist.

Die Schüler haben kaum gemerkt wie lange wir unterwegs waren, da sie ununterbrochen beschäftigt waren: Quasseln, durch die Bäche springen, mit Stöcken “kämpfen” etc. Mein Eindruck war, dass sie diese Zeit durchaus genossen haben, obwohl zu Beginn die Skepsis gegenüber einem sprichwörtlichen Wandertag spürbar war.

Fortbildung und Homepage

Auf den Wandertag folgte direkt eine ganztägige Fortbildung zur sächsischen Lösung für Schulhomepages – ein abgespecktes und angepasstes Typo3-System namens “SchulCMS”. Leider war für mich aus der Anmeldung nicht ganz ersichtlich, dass sich die Schulung in erster Linie an Schulen richtet die erst ganz am Anfang stehen oder überhaupt mit der Überlegung spielen dieses System zu nutzen. Ich habe die Zeit einfach genutzt um mit den anderen Teilnehmern in Kontakt zu kommen – und habe dabei zufällig erstmals einen Twitter-Kontakt im “real life” gesehen: @waroberg.

So sehr ich die Vorteile (kostenfrei für sächsische Schulen, Updates und Pflege des Systems, Schulungen, Datensicherheit gewährleistet,…) nachvollziehen kann – man nimmt eine Reihe von Einschränkungen in Kauf:

  • Für das Layout stehen 8 Templates zur Verfügung, von denen jedoch nur eines “responsive” ist, d.h. auch auf kleinen Bildschirmen wie Smartphones und Tablets vernünftig dargestellt wird.
  • Eine eigene Domain ist nicht nutzbar, alle Schulen die den Baukasten nutzen haben eine Adresse nach dem Muster http://www.cms.sachsen.schule/schule_xy – wer eine eigene Domain hat, kann nur eine Umleitung auf diese Seite einrichten.
  • Für viele Funktionen (Kalender o.ä.) wären Plugins notwendig – die sich aber in dieser Umgebung nicht nutzen lassen.
  • Für Layoutanpassungen sind CSS-Kenntnisse notwendig, das Vorgehen zur Anpassung ist dabei ebenfalls nur rudimentär dokumentiert.
  • Bei dem letzten Server-Ausfall im Sommer wurden große Mengen an Daten vernichtet – inklusive einiger nicht mehr zu rettender Datensicherungen (!). Die Schulhomepages waren für mehrere Wochen nicht erreichbar.

Für mich letztendlich ausschlaggebend eine neue Lösung für meine Schule zu finden war die Antwort auf eine Detailfrage:

Tabellen lassen sich in diesem System nur extrem umständlich erstellen oder anpassen, auf die Frage eines Teilnehmers ob es da einen Trick gäbe um dies einfacher zu handhaben kam folgender Hinweis:

Die Tabellen in Word erstellen und nach eigenen Wünschen grafisch gestalten – davon einen Screenshot machen und dieses Bild dann in der Homepage einbinden.

Sorry, aber das geht für mich gar nicht. Oder bin ich da zu anspruchsvoll?

 

Dienstberatung

Hier wird es schwierig, da ich nicht ganz anonym blogge und gleichzeitig auch nicht meine Schweigepflicht verletzen will und möchte. Aber so viel sei dann vielleicht doch erlaubt:

Dienstberatung klingt nach staubtrockenen, endlos langen Stunden mit einer dich erschlagenden Fülle an Informationen. Dieses Mal war jedoch anders. Emotional.

Gelegentlich müssten Eltern einen Eindruck davon erhalten, wie viel Zeit und Mühen die Kollegen teilweise für einzelne Kinder aufbringen. Wie sie ohne ihr Bestes geben, Neues versuchen, persönliche Angriffe wegstecken – und manchmal auch an ihre Grenzen gelangen. Ich kann unumwunden zugeben das es mir nahe geht, wenn einzelne Kinder es schaffen gestandene Kollegen nach 7 Wochen Schule dazu zu bringen, dass ihnen die Stimme bricht und sie den Tränen nahe sind. In einer Dienstberatung.

Sicher, wir sind noch ein vergleichsweise kleines Kollegium. Trotzdem empfinde ich den “Spirit” und Zusammenhalt, die gegenseitige Unterstützung als außergewöhnlich.

Ferienbeginn

Zu Ferienbeginn waren wir das erste Mal seit längerer Zeit mal wieder im Kino. Diesmal hat die bessere Hälfte den Film “Alles steht Kopf” gewählt. Zugegeben, ich war mehr als skeptisch – habe im Kino aber herzhaft gelacht. Hier der zugehörige Trailer:

Neue Schule – Woche 6: Schmerzen, Hospitationen, Wandertag, Sekt

Schmerzen

Es gibt so Situationen im Lehrerleben, da handelst du schneller als du denken kannst – nicht immer mit dem besten Resultat:

2015-10-01 11.39.43

Entstanden sind diese Verletzungen beim Sportfest, wie man es sich amüsanter wahrscheinlich nicht ausdenken kann:

Zwei Klassen befinden sich an der Sprint-Station, es gibt vier Bahnen und damit immer vier gleichzeitige Läufer. Am Ende ging die Anzahl aber nicht mehr auf und ein Schüler hätte alleine laufen müssen, da habe ich spontan gesagt: Du trittst gegen mich an. Fehler, großer Fehler.

Schnell reihten sich die Schüler dicht an dicht entlang der kurzen Strecke und feuerten uns für den Start an. Die ersten 15m konnte ich auch gut mithalten, bis ich unvermittelt über meine eigenen Füße stolperte – und aus vollem Lauf der Länge nach auf die Tartan-Bahn stürze. Stille.

Kurze Benommenheit, aufstehen und checken ob die Klamotten wenigstens nicht in Fetzen von mir hängen – dann konnten sich weder Kinder noch Kollegen die Sprüche mehr verkneifen.

Der Schüler gegen den ich angetreten bin tröstete mich mit den Worten: “Naja, immerhin sind Sie in diesem Lauf ja zweiter geworden.” Oder noch besser ein anderer Kommentar: “Ich dachte erst Sie holen ihn ein, aber das war nur ihr Kopf der vorne lag…”

Die Assoziation “Fallobst” lag bei meinem Namen dann auch nicht mehr fern – mal ganz abgesehen von dem Grinsen der Kollegen beim Einschreiben der Verletzung in das Unfallbuch…

Aber ziemlich süß: Am nächsten Tag standen vor der ersten Stunde Schüler am Lehrerzimmer und haben sich besorgt nach meinem Gesundheitszustand erkundigt.

Lektion des Tages: Erwärmung, Sportsachen und geeignete Laufsachen sind sinnvoll und wichtig. Und tritt nie gegen einen Schüler an. Nie!

Hospitationen

Da ich mich noch in der 6-monatigen Probezeit befinde, war es nur eine Frage der Zeit bis die Ankündigung kommt: Hospitationen durch die Schulleitung. Sowohl angekündigt als auch unangekündigt.

Da werden zwangsläufig Erinnerungen an das Referendariat wach und zwar keine angenehmen. Bis jetzt haben das alle eingestellten Kollegen überstanden – trotzdem stellt sich keine übermäßige Vorfreude ein.

In den Ferien muss also dringend ein guter Plan für die nächsten Wochen her. Dringend.

Wandertag

Morgen geht es auf den ersten Wandertag mit meiner Klasse, gleichzeitig auch mein erster Wandertag als Klassenlehrer überhaupt. Begleitet werde ich von der Schulleiterin persönlich – es wird also sicher ein erlebnisreicher Tag.

Nach einigen Diskussionen wird der Wandertag dafür genutzt wofür er steht: Fürs Wandern.

Mehr dazu dann in der nächsten Woche.

Sekt

Am Freitag wurde ich zum inoffiziellen Ausklang der Schulwoche eingeladen – inklusive einem Gläschen Sekt mit zwei netten Kolleginnen. Es gibt schlimmere Arten ins Wochenende zu starten, so viel steht fest.

 

Was für eine Woche. Da gibt’s nicht mehr zu sagen, außer….

Neue Schule – Woche 5: Kleine Fortschritte

In dieser Woche gibt es nicht viel spektakuläres zu berichten, aber es gab kleine Fortschritte in allen Bereichen:

  • ein Wandertagsziel wurde festgelegt (und ich habe gelernt das die Auswahl und Abstimmung des
    Zieles das nächste Mal anders organisiert werden muss) – es wird tatsächlich gewandert 🙂
  • Eine dringend benötigte Software für die PC-Kabinette kann nun, trotz Haushaltssperre, aufgrund der Dringlichkeit beschafft werden.
  • Die ersten Leistungskontrollen in Klasse 5 und 6 sind geschrieben, korrigiert, ausgeteilt und ausgewertet. Die Klassen stellen sich langsam auf mich ein – und umgekehrt.
  • Meine Klasse hat einen Brief an den neu zu erwartenden Schüler geschrieben – inklusive einem spontan aufgenommenen Klassenfoto. Da bin ich schon ein bisschen stolz.

Nun steht wieder eine A-Woche bevor, die einem alles abverlangt. Wir haben an unserer Schule A- und B-Wochen, was für mich konkret bedeutet: In dieser Woche habe ich volle 28 Stunden zu unterrichten.

Am Wochenende habe ich das schöne Wetter genutzt und mit unserer Tochter den Zoo besucht – die Jahreskarte will schließlich genutzt werden.

2015-09-27 10.05.28 HDR

Neue Schule – Woche 4: Smartphones, Stundenklingel, Technik & Computer

Kaum zu glauben das inzwischen bereits vier Wochen seit Schuljahresbeginn vergangen sind! Auf der einen Seite fühle ich mich an der Schule bereits “zuhause”, auf der anderen Seite ist die Zeit rasend schnell vergangen.

Close up person using smartphone
Close up person using smartphone (via Flickr, thanks to http://www.japanexperterna.se/?attachment_id=3069)

Smartphones

Was das Kollegium im Moment immer wieder beschäftigt ist die Thematik – für einige wohl eher Problematik 😉 – der Smartphone-Nutzung in der Schule.

Unsere Hausordnung ist in diesem Punkt hinreichend vage gehalten um für reichlich Gesprächsstoff zu sorgen:

“Die Nutzung privater elektronischer Medien ist nur mit Erlaubnis des Fachlehrers gestattet. Das Telefonieren mit Mobiltelefonen ist während der Schulzeit untersagt.”

Man könnte meinen damit ist alles gesagt – weit gefehlt. Es gibt eine große Fraktion der Kollegen und Eltern die eine Nutzung dieser privaten elektronischen Medien auch in der Pause untersagen möchte, die Argumente sind meist:

  • Die Schüler müssen in der Pause auch mal abschalten und runterkommen, die Geräte werden jedoch vorrangig zum “Zocken” benutzt.
  • Es besteht die Gefahr, dass diese Geräte für Aufnahmen (Foto/Video) in der Pause genutzt werden und dies auch zu Mobbing führen kann.
  • Lässt man eine Pausennutzung zu, so würde dies zu einer schlechteren Konzentration im Unterricht führen.

Die Schüler argumentieren natürlich etwas anders. Hier zwei Argumente aus meiner Klasse:

  • Wenn ich in der Pause meinen Freunden ein Youtube-Video zeigen möchte, so sollte das auch möglich sein.
  • Einige Schüler möchten zur Entspannung Musik hören und nutzen dazu natürlich ein Smartphone – sowas sollte nicht verboten werden.

Ganz persönlich sehe ich es ja eher pragmatisch:

  • Jedes Verbot muss mit einer entsprechenden Kontrolle und Sanktionierung einhergehen – was das Leben nicht unbedingt einfacher macht.
  • Es ist aus meiner Sicht illusorisch jegliche “private elektronische Medien” in der Pause zu verbieten, denn wie soll man im Zweifel eine Uhr von einer Smartwatch unterscheiden? Inzwischen lese ich immer öfter auch von “Wearables” also Tool die in der Kleidung integriert sind. Also zukünftig ein Körperscanner am Schulgebäude?
  • Da den Schülern durch unser Blockmodell eigentlich nur zwei Pausen (Frühstücks- und Mittagspause) zur Verfügung stehen könnte man als Kompromiss ja eine als “handyfreie” Pause deklarieren – aber ich sehe wenig Chancen dafür.

Ich bin gespannt wie sich das weiter entwickelt – wir haben kommenden Monat Dienstberatung, da wird das Thema sicher noch einmal eine Rolle spielen. Zuletzt noch ein kreativer Vorschlag zur Sanktionierung der Smartphonenutzung (Danke für den Tipp @th_g !)  😀

 

Stundenklingel

Zur Zeit haben wir Technik-bedingt keine Stundenklingel, d.h. Unterrichtsbeginn und -ende muss der Lehrer pünktlich einläuten bzw. beenden. Während das vielen Kollegen nicht sonderlich gefällt, muss ich zugeben mich sehr daran gewöhnt zu haben.

Das abrupte Klingeln führt ja sonst zu tumultartigen Szenen und dem Sturm Richtung Essensausgabe, während man seinen Satz nicht einmal zu Ende sondern sich nur in Sicherheit bringen kann…

Fast in jedem Klassenzimmer findet man jetzt eine Uhr und die Schüler achten schon darauf das man das Stundenende auch nicht vergisst 😉

Die Nachteile liegen natürlich auch auf der Hand – schön zusammengefasst von @tom_nolte:

Technik & Computer

Vor dem für mich gänzlich neuen Fach (entspricht einer Mischung aus Werken und der Vorbereitung für das Fach Informatik ab Klasse 7) hatte ich natürlich reichlich Respekt – aber inzwischen macht es einfach nur noch Laune. Die Abstimmung mit den Kollegen läuft super und im Unterricht handwerklich tätig zu sein – gemeinsam mit den Schülern – ist mehr als interessant.

Im Moment bauen wir am Prototyp für das Werkstück in Klasse 6 – ein motorbetriebenes, schwimmfähiges Boot, welches von den Schülern gebaut und gestaltet werden soll. In dieser Woche gab es den ersten (kleinen) Baufortschritt:

This slideshow requires JavaScript.

Neue Schule – Woche 3: Improvisation, Überraschungen, Umgangston, Haushaltssperre, Ausgleich

Improvisation

Manche Dinge sind so obskur, dass man sie sich gar nicht ausdenken kann: In dem Übergangsgebäude in dem wir uns befinden, wurde die Sparpolitik auf ein ganz neues Level gebracht. Nur das Tafellicht lässt sich per Lichtschalter an- und ausschalten, für das Licht im Klassenraum müssen die Sicherungen im Sicherungskasten umgelegt werden. Verrückt, oder?

Überraschungen

Unerwartet, weil noch vor meiner Zeit in Auftrag gegeben, traf diese Woche noch eine Bestellung für den Physikraum ein. 177 gut verpackte Kilogramm warteten im Erdgeschoss – ohne Lastenaufzug natürlich.

IMG_0172
Leider hatte der Fahrer es wohl etwas eilig, denn er ist gleich mit der Tür ins Haus gefallen – im wahrsten Sinne des Wortes.

IMG_0162 IMG_0165 IMG_0164


Umgangston

Das sich der Umgangston in der Großstadt doch erheblich von dem eines ländlichen Gymnasiums unterscheidet wird mir zunehmend bewusster. Ich formuliere es mal vorsichtig: Die gewählte Art sich auszudrücken stimmt nicht mit meiner Vorstellung eines guten Umgangs miteinander überein.

In dieser Woche häuften sich die Vorfälle, sodass es zu der ein oder anderen erzieherischen Maßnahme kam – das diese in Klasse 6 noch durchaus richtige Emotionen hervorrufen hat mich dann doch etwas überrascht. In diesem Zuge hatte ich auch mein erstes telefonisches Elterngespräch, angesichts des Anlasses verlief es super freundlich und konstruktiv.

Haushaltssperre

Irgendwie muss es mir zwischen Endphase des Referendariats und dem Neubeginn an der Schule durch die Lappen gegangen sein, aber keine vier Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres haben wir bereits Haushaltssperre. Das heißt es können nur noch absolut notwendige Ausgaben getätigt werden – am Freitag hieß es sogar Kopierfolien würden nicht dazu zählen…

Das ich gefühlt meinen ganzen Hausrat für Physikexperimente aufwende (aus eigener Tasche, versteht sich) ist natürlich schon manchmal ziemlich ärgerlich – aber so wie es aussieht muss ich wohl dankbar sein das wir zumindest noch Toilettenpapier gestellt bekommen 😉

2015-09-11 09.59.26

Ausgleich und Motivation

Da gibt es nicht viel zu sagen: Ich konnte dieses Wochenende endlich mal wieder die Gelegenheit nutzen mein kürzlich fertiggestelltes Boot auf dem See fahren zu lassen:

This slideshow requires JavaScript.

 

Neue Schule – Woche 2

Die zweite Woche ist vollbracht, Zeit für einen kleinen Wochenrückblick 🙂

Humor

Jeder Anlass in der Schule zu Lachen und Schmunzeln sollte doch in der heutigen Zeit gewürdigt werden. Um so mehr, wenn die Schulleitung Humor beweißt. Das folgende Schild konnte ich am Dienstag in unserer Schule entdecken:

2015-09-01 10.24.45

Namen über Namen – der Sitzplan

Erst langsam wird mir richtig klar, dass ich im Laufe der Woche ca. 60-70% der Schüler unserer Schule im Unterricht beglücken darf – eine Herausforderung für das Lernen der Namen!

Also kurzerhand in den Klassen, in denen ich nur aller 14 Tage habe bzw. immer nur die halbe Klasse , Bilder für einen Sitzplan mit den Schülern gemacht. Die Schüler fanden es witzig, auch wenn es gewisse Assoziationen zu Polizeiaufnahmen gab 😀

test

Der erste Elternabend

Am Donnerstag durfte ich den ersten Elternabend als Klassenlehrer abhalten. Eine gewisse Anspannung ließ sich kurz vor Beginn nicht mehr leugnen, was sich aber angesichts der sehr netten Eltern schnell legte.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen alles zügig hintereinander weg abzuarbeiten – und habe mich natürlich gründlich verschätzt. Nach fast 2 Stunden war der “offizielle” Teil beendet und es gab noch einige Gespräche mit einzelnen Eltern.

Mit den wenigen Versuchen mich aus der Reserve zu locken konnte ich, glaube ich jedenfalls, souverän umgehen 😉

Zuwachs

Diese Woche habe ich auch erfahren, dass die Klasse Zuwachs bekommt und in Kürze auf 26 Schüler anwachsen wird. Aufgabe für die kommende Woche wird sein den Klassenraum und die Bestuhlung so anzupassen, dass ein vernünftiges Arbeiten für Schüler und Lehrer noch möglich ist.

 

Nächste Woche stehen außerdem Entscheidungen bezüglich einer Lernplattform an. Irgendwie überrascht es mich immer noch, welche Gestaltungsmöglichkeiten sich bei einer Schule im Aufbau ergeben.

 

Es bleibt also spannend!

Neue Schule – Woche 1

Die erste Woche an der neuen Schule ist gemeistert – zumindest die erste Woche in der auch Schüler anwesend waren 😉

Da sich meine neue Schule im Aufbau befindet, musste in den Ferien erst einmal der Physik-Fachraum begehbar gemacht werden. Sowohl im Vorbereitungsraum als auch im Fachraum stapelten sich Umzugskartons der vor uns ausgezogenen Schule mit Dingen von denen man meinte, sie wären vielleicht noch zu gebrauchen.

Im Prinzip glichen die Räume einem Abenteuerspielplatz und riesigem Puzzle.

2015-06-04 07.36.58

Gleichzeitig bin ich ab sofort für die Homepage unserer Schule und die Administration unseres Schulnetzwerkes verantwortlich – und wahrscheinlich erfindet nur Sachsen dafür so kautzige Abkürzungen wie PITKo (Pädagogischer ITKoordinator).

Was gewöhnungsbedürftig aber auch sehr schön ist: durch das kleine Kollegium und die eigene Verantwortung kann man viele Dinge gern selbst anpacken und umsetzen. Sofort. Ohne auf viele andere eingefahrene Strukturen angewiesen zu sein.

Meine neue Schule ist zweifelsohne besonders:

  • Unser Unterrichtsbeginn ist, als einzige öffentliche sächsische Schule (!!!), 8.30 Uhr. Und die Begründung der Schulleiterin ist mindestens genauso bemerkenswert: Sie versteht die Schule als Dienstleister, nicht nur für die Schüler und Eltern sondern auch für die Kollegen. Dieser Unterrichtsbeginn ermöglicht den jungen Kollegen (und Eltern) ihre Kleinkinder entspannt in die Krippe bzw. den Kindergarten zu bringen.

 

  • Der Unterricht wird in Doppelstunden durchgeführt – sicher nicht unbedingt üblich in Klasse 5 und 6. Es erlaubt mir aber variable kleine Pausen einzulegen – oder aber auch mal 60 min hintereinander in Physik zu experimentieren. Das ich durch dieses Modell im Moment nur maximal 3 verschiedene Fächer/Klassen am Tag habe kommt mir sehr entgegen.

 

  • Wir haben ein vergleichsweise junges und kleines Kollegium (im Moment 16 LehrerInnen) und man merkt wie sich jeder in den Aufbau der Schule einbringen möchte. Materialien werden gerne weitergegeben, jeder versucht Hilfestellung zu leisten wo er kann – ich bin wirklich sehr schnell “angekommen”.

Man darf gespannt sein was die nächste Woche so auf Lager hat 😉 Ein Highlight hat sie auf jeden Fall – meinen ersten eigenen Elternabend.

Trotz allem denke ich etwas wehmütig an meine alte Schule und insbesondere an “meine” 6. Klasse die nun einige Lehrerwechsel in diesem Schuljahr hat und die beiden Grundkurse die nun ins finale Abitur-Jahr starten.

Die fabelhaften Abschiedsgeschenke (ein selbst gedrehter Film mit nachgespielten Szenen aus dem Unterricht und ein Erinnerungsbuch in dem jeder Schüler eine eigene Seite gestaltet hat) werden mich noch lange an diese 6. Klasse denken lassen 🙂