11 Jahre

All was well
“All was well” – Harry Potter and the Deathly Hallows by JK Rowling. Image credits: Thalita Carvalho

Die letzten Wochen und Monate ist so viel passiert, dass es eigentlich unmöglich ist dies auch nur annähernd strukturiert und für Außenstehende sinnvoll wiederzugeben. Wie oft habe ich gedanklich einen Post für den Blog verfasst – und es aus den verschiedensten Gründen doch sein gelassen. Aber langsam scheint mein Kopf in der heißen Phase des Schuljahresende überzuquellen und ich habe mich durchgerungen einfach loszuschreiben… insofern ist das Folgende als das zu betrachten, was es ist: eine lose Gedankensammlung.

Es klingt schon ein wenig unglaublich, aber 11 Jahre nachdem ich die Schule verlassen habe ist meine Ausbildung nun offiziell in Kürze beendet. Studium, Promotion und Referendariat sind nun bald Geschichte und ich darf als “vollwertiger” Lehrer im Sommer an einer neuen Schule mein Glück versuchen.

Die letzten zwei Jahre im Referendariat und der nicht endende Prüfungsmarathon der letzten Monate haben wahrlich physisch und psychisch ihre Spuren hinterlassen und ich freue mich wahnsinnig auf die ersten prüfungsfreien Ferien seit sehr langer Zeit…

Bereits 2 Wochen vor meiner letzten Prüfung habe ich ein Einstellungsangebot bekommen (und angenommen) – und erst langsam wird mir klar, wie viel Druck nach und nach von mir abfällt. Ironie des Schicksals ist wohl dabei, dass mich mein Hobby Modellbau und nicht meine Noten oder sonstigen Abschlüsse für eine so schnelle Stellenzusage qualifiziert haben: Ab dem nächsten Schuljahr werde ich nämlich auch Technik & Computer (kurz TC) unterrichten, eine Mischung aus Werken und Informatik für die Klasse 5 und 6 in Sachsen. Kurioserweise kann man dieses Fach aber eben nicht studieren…

Meine Schule im Referendariat war/ist wirklich ein absoluter Glücksgriff: das Kollegium nett und im wahrsten Sinne des Wortes kollegial, eine Schulleitung die Referendare nicht sinnlos verheizt und deren Ausbildung ernst nimmt und ein sehr angenehmes Schülerklientel. Mag alles geschrieben so banal klingen, aber mir ist bewusst das mich genau dieses Schulklima über die letzten 2 Jahre gerettet hat.

Wirklich vermissen werde ich insbesondere meine 6. Klasse und meine Grundkurse in Mathe und Physik. Sie haben nicht nur zu den guten Lehrproben beigetragen und mitgelitten, sondern mir auch oft Anlass zum Lachen gegeben.

Ein Kollege hat mir jedoch neulich gesagt: “Alles hat seine Zeit” – und recht hat er. Ich bin auch froh an meiner zukünftigen Schule einen Neuanfang starten zu können, in der Hoffnung aus dem ein oder anderen Fehler der vergangenen zwei Jahre zu lernen.

Mein Vorsatz für die letzten Wochen: Die verbleibende Zeit an der “alten” Schule genießen und mich nicht all zu sehr von der Schuljahresendrally überrollen zu lassen. Und mein vom Referendariat zurückgewonnenes Leben auskosten.

Die nächsten Beiträge werden weniger sentimental und ich werde mich bemühen auch mal wieder Inhalte folgen zu lassen 😉

In dem Sinne: Bis bald!